Das Internet ist Informations- , Handels- und Kommunikations-plattform. Und es ist ein Ort, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Besonders beliebt sind sogenannte soziale Netzwerke. Hier stellen vor allem jüngere User ihr Profil ein. Mit Bildern, Texten, Blogs und Links offenbaren sie Teile ihres Lebens und ihrer Persönlichkeit. Einige Menschen sind aus dem Internet nicht mehr wegzudenken.
Video-Quelle: www.3sat.de/mediathek
Einer von ihnen ist Marcel Kotzur. Über ein Jahr lang hat er sein Leben live im Internet übertragen. Dabei ließ er sich 24 Stunden am Tag von einer Webcam beobachten. Auf der Internetseite trueman.tv konnten die User ihn beobachten, mit ihm chatten und seine Aktionen beeinflussen. Eine Million Menschen wollten an dem Leben von Marcel Kotzur teilhaben. Auch nach dem ungewöhnlichen Projekt ist Marcel Kotzur noch online. Einmal in der Woche lädt er zur offenen Gesprächsrunde auf seiner Internetplattform ein - als selbsternannter Seelsorger der Internetnation.
Netzwerke stehen jedem offen
Eine andere Möglichkeit, für eine ständige Internetpräsenz zu sorgen, ist der Auftritt in sozialen Netzwerken. Schüler trifft man bei "schuelervz", Studenten bei "studivz", Hochschulabsolventen und Berufseinsteiger stellen ihre Lebensläufe bei "xing" ein. Der Rest tummelt sich in Portalen wie "wer kennt wen" oder "facebook". Das Einstellen der Daten erfordert keine besonderen Kenntnisse. Die Netzwerke sind für jedermann gemacht und dienen vor allem als Kommunikationsplattform.
Kommunikation hat sich verändert
Kommunikation per Email gehört längst zu unserem Leben dazu. Soziale Beziehungen außerhalb des Netzes werden weniger - bedingt durch häufigen Arbeitsplatzwechsel, Vereinsmüdigkeit und kleinere Familienstrukturen. Das Internet bietet Möglichkeiten, die daraus entstehenden Defizite aufzufangen und schafft neue Perpektiven. Kommunikation im Netz funktioniert rasch, direkt und dennoch mit Distanz. Kontakte untereinander werden schneller geknüpft, Menschen, die einem nicht sympatisch sind, können problemloser als in der realen Welt "abserviert" werden. Allerdings ist die Einordnung des Online-Gegenübers nicht immer einfach. Denn nicht jeder offenbart sein wahres Ich in der virtuellen Welt.
Virtuelle Welt ist realer geworden
Doch der Trend geht dahin, immer mehr von sich - auch im Internet - preiszugeben. Die wenigsten verstecken sich noch hinter Decknamen oder stellen falsche Fotos ins Netz. Wer keine Persönlichkeit zeigt, wird schnell uninteressant. Die virtuelle Welt ist realer geworden. Das empfinden vor allem junge Menschen. Für sie ist das Erlebte im Netz Teil ihres wirklichen Lebens. Mit der Online-Präsentation zeigt die junge Generation Selbstbewusstsein und ein gewisses Maß an Eitelkeit.
Privates wird öffentlicher
Sehr beliebt ist das Veröffentlichen eigener Gedanken und Erlebnisse in Internettagebüchern. Die Hemmschwelle ist relativ gering - schließlich sind die Leser unbekannt. Doch diese Form der Offenbarung birgt auch Gefahren für den Verfasser. Wer alles Erlebte sofort weiterleitet hat keine Zeit mehr es ausreichend zu verarbeiten. Das wiederum kann sich negativ auf die Psyche auswirken. Entscheidend ist also der richtige Umgang mit dem Internet: Die Privatheit muss nicht verloren gehen, wenn das Gleichgewicht zwischen den beiden Existenzen im und außerhalb des Netzes bewahrt wird.
Artikel-Quelle: www.3sat.de/mediathek
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